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WORTGOTTESDIENST
16. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr A)
Weisheit 12,13.16-19
Matthäus 13,24-30
17./18. Juli 1999
Lied: Was Gott tut, das ist wohlgetan (GL 294/ 1,2+4)
Begrüßung:
Der Pfarrer ist im Urlaub und wir haben unser Wort gegeben trotzdem gemeinschaftlich Gottesdienst zu feiern, heute Wortgottesdienst.
Sie sehen die Bibel haben wir wieder auf den Altar gelegt. In den Mittelpunkt gestellt.
Wir hören Worte aus dem Alten und Neuen Testament die uns überliefert wurden. Wir hören Gottes Wort. In seinem Namen und mit seinem Zeichen wollen wir die Feier beginnen.
Im Namen des Vaters, ......
Besinnung:
Es gibt keinen Gott außer Dir, hören wir später in der Lesung.
Was - nur einen Gott? Ein Gott genügt?
Wir sind es doch gewohnt, alles doppelt abzusichern. Wenn etwas ausfällt brauchen wir schnell einen Ersatz. Wir halten das Risiko gar nicht aus, einmal etwas nicht zu haben. Wir haben doch meistens alles mehrfach. Zweitwagen, Zweitwohnsitz, Zweitfrau ...
Warum soll ich mich gerade bei Gott - nur auf einen Gott verlassen?
Nur ein Gott der mich beschützt und gegen meine Feinde kämpft?
Ich kann Gott nicht austauschen, wenn mir seine Gesetzte nicht entsprechen.
Es gibt keinen Gott außer Dir - Herr, erbarme dich unser.
Ich kann Gott nicht austauschen, weil ich sein Schweigen nicht verstehe.
Es gibt keinen Gott außer Dir - Christus, erbarme dich unser.
Ich kann Gott nicht austauschen, wenn ich sein Wirken nicht sehe.
Es gibt keinen Gott außer Dir - Herr, erbarme dich unser.
Der Herr erbarme sich unser. Er nehme von uns was uns bedrückt und belastet, damit wir frei und glücklich miteinander diesen Wortgottesdienst feiern.
Loblied: Dein Lob, Herr ruft der Himmel aus (GL 263/ 1-3)
Tagesgebet:
Lasset uns beten:
Gott, Du bist das Wort. Öffne Dich für uns Menschen, damit wir einander verstehen. Sprich Dein Wort in unsere Worte, damit sie Sinn bekommen. Sei Du die Sprache in unserer Sprache, damit wir im Gespräch zueinander finden.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.
1. Lesung: Weisheit 12,13.16-19
Zwischengesang: Erfreue dich Himmel (GL 259/1-4)
Evangelium: Mt 13,24-30
Predigt:
Wenn es nur überall so klar wäre, wie im Garten, wer der Feind ist.
Unkraut verhindert das Wachstum der Pflanzen, die Schnecken fressen alles weg und das Ameisenpulver ist, kaum daß es gekauft wurde, auch schon wieder leer.
Zudem warnen ältere Menschen davor, allzu leichtfertig Vergleiche mit Unkraut, Ungeziefer, Parasiten usw. anzustellen. Sie mußten in der Hitlerzeit miterleben, wie solche Vergleiche mit Menschen hergestellt wurden, denen eine angeblich bessere Rasse das Lebensrecht abgesprochen hatte.
Was zählt also zum Weizen - was zum Unkraut?
Im Gleichnis erfahren wir, daß es gar nicht so leicht zum unterscheiden ist - oft gar nicht erkannt werden kann! Vieles das neben dem Unkraut als kleines Pflänzlein wächst, fällt dem Eifer der Sauberkeit zum Opfer. Und auch im täglichen Leben meine wir oft sehr schnell zu wissen, was richtig und falsch, was moralisch korrekt ist.
Jesu hingegen plädiert für Geduld: "Laßt beides wachsen".
Er war selber häufig geduldig mit Ungläubigen und Sündern.
Ein selbstkritischer Mensch wird sagen, daß das ja auch vernünftig ist. Es könnte ja auch einmal sein, daß ich selbst im Unrecht bin.
Warten wir also ab, diskutieren wir, wägen ab und üben Toleranz.
Es wird sich schon herausstellen, was Früchte bringt und was weniger nützlich und sinnvoll ist.
Das wäre nun eine Interpretation des Gleichnisse, die zudem dem modernen Zeitgeist entspricht:
Toleranz und demokratische Gesinnung finden sich also auch im Evangelium.
Die Lesung, die wir heute gehört haben, sagt aber recht deutlich, daß die Frohe Botschaft noch mehr zu bieten hat.
Die Lesung beginnt mit einem Bekenntnis, das als zentraler gemeinsamer Glaubensinhalt für Juden, Christen und Moslems gilt: " Es gibt keinen Gott außer dir."
Das 1. der 10 Gebote für uns Christen.
Gebote klingen nun nicht mehr gerade so zeitgeistig. Wir leben ja heute in einer Spaßgesellschaft - das Zweite neben Spaß, das Jugendliche angeblich laut einer Umfrage anstreben, ist ein Handy.
Und um mit Gott in Kontakt zu treten nützen bekanntlich die besten Handys nichts.
Wer sich an Regeln und Gebote hält, und kommen die sogar noch von Gott, versteht vordergründig keinen Spaß.
Aber engen solche Gebote wirklich ein?
Sind das in erster Linie Regeln für Moral- und Sittenwächter?
Es ist die Rede von einem starken Gott. Ein Gott, der die Israeliten in die Freiheit geführt hat und der auch mir dieses Angebot der Freiheit macht. Wenn ich dieses Angebot annehmen kann, wenn ich dieses Gottvertrauen leben kann, dann habe ich es nicht nötig, anderen Göttern, oder besser Götzen, nachzulaufen. Da mir zugesagt ist, daß Gott meine Freiheit will, bin ich frei von allen Zwängen, die mich belasten.
Aus so einer Grundhaltung heraus relativiert sich vieles, was anscheinend so fruchtbar wichtig ist. Geld und Einfluß sind nicht mehr allein zuständig dafür, daß mein Leben interessant, spannend und lebenswert ist.
Da mir zugesagt ist, daß Gott bei mir ist, kann ich mich auch in all meinen Ängsten und Sorgen auf ihn verlassen.
Ich muß nicht mehr nur an mich denken. Ich kann mich mit anderen mitfreuen.
Ich kann meinen Weg in Gottvertrauen und Gelassenheit gehen und muß nicht fanatisch bekämpfen, was mir nicht passt.
Ich kann vieles Gott überlassen - ganz sicher die endgültige Unterscheidung ob Weizen und Unkraut.
Ich kann vieles Gott überlassen - und Lebensqualität stellt sich ein. Von der materiellen Seite her betrachtet, billiger, als das billigste Sonderangebot. Aber von der Qualität her betrachtet, bildlich gesprochen , ein Himmelreich.
Glaubensbekenntnis:
Wir wollen nun unseren Glauben bekennen an jenen Gott, auf den wir zählen können und mit dem wir natürlich auch rechnen müssen.
Ich glaube an Gott, ....
Fürbitten:
Lasst uns beten zu unserem Gott, keiner ist wie er. Ihm vertrauen wir unsere Bitten an in dem Wissen, dass manches einen anderen Weg nimmt, als wir uns das ausdenken und vorstellen:
Für alle in der Landwirtschaft tätigen, die für unsere Nahrung sorgen: um einen verantwortungsvollen Umgang mit den Mitteln, die ihnen in die Hand gegeben sind.
Für uns, die wir gerne anderen Göttern nachlaufen dem Super-Auto, dem Super-Weib, dem Super-Urlaub, der Super-Unterhaltung: schärfe unseren Blick für das Wesentliche.
Für unsere Gesellschaft die gerne in FALSCH und RICHTIG einteilt: um Gelassenheit und um die Zeit, das Gute zu erkennen.
Für alle Volksgruppen im Kosovo, deren Miteinander die Unterdrückung und der Krieg zerstört haben.
Wir meinen oft, die Probleme durch Strafen lösen zu können. Dein Einschreiten ist aber anders. Du hast mit allen Erbarmen. Du willst nicht den Tod es Sünders, sondern dass er umkehrt. Erhöre unsere Bitten und zeig uns den Weg, der uns gut tut. Wir bitten dich durch Christus unseren Herrn.
Opfergang:
Wir haben in den Fürbitten Gott um seine Hilfe und Unterstützung gebeten. Ein Zeichen, dass auch wir bereit sind mitzutun, uns einzubringen und zu helfen, ist das Opfer, das wir Sonntag für Sonntag ins Körbchen legen - auch heute.
Dazu singen wir das
Lied: Solang es Menschen gibt auf Erden (GL 300 / 1-5)
Vater unser:
Ein Gebet mit vertrauter persönlicher Anrede, oft gesprochen weil von Jesus empfohlen. Ein ganzes christliches Programm ist darin enthalten.
Wir beten. Vater unser .....
Friedensgruß:
In der Zeit in der jeden Abend Gewehre und Panzer in den Nachrichten zu sehen sind, neu Greultaten, neue Konflikte - wie es verschönernd gesagt wird - auftauchen, ist es immer schwer über Frieden zu sprechen, trotzdem:
Der Friede sie mit euch.
Danklied: Nun danket all (GL 276/ 1-4)
Ankündigungen:
Schlußgebet:
Gott, Du lässt die Wege zu Ende gehen und brichst sie nicht ab, auch wen sie nicht nach deinem Willen sind. In Deiner Liebe gibst Du uns frei, lässt uns entscheiden.
Gott sei Du uns Halt auf unserem Weg durch die Zeit, der immer auch ein Heimweg zu Dir ist.
Dafür preisen wir Dich durch Christus unseren Herrn.
Segen und Sendung:
Ich wünsche ihnen einen schönen Tag und im Bewußtsein, dass wir nicht für alles zuständig sind, dass nicht alles so laufen muss wie wir es im Kopf haben, sondern geduldig mit Gott warten können, segne uns der allmächtige Gott. Der Vater , ...
........
Geht hin in Frieden.
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