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St. Ulrich
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Gündonnerstag
Lesung 1 Kor 11, 23-26 Einsetzungsbericht
Evangelium: Joh 13, 1-15 Fußwaschung


27. März 1997, 19.30 Uhr, Pfarrkirche



Besinnung
Am Vorabend des Paschafestes feierte Jesus mit seinen Jüngern das Paschamahl. Dieses jüdische Paschafest ist für uns Christen zum Abschiedsmahl Jesus geworden, zum Abendmahl, nach dessen Deutung Jesu zum waren Paschalamm wird.

Versetzen wir uns zurück.

Die Anhängerschaft Jesu, Männer und Frauen, ahnt, daß sich die Situation zuspitzt. Als gläubige Juden und unter dem Auftrag Jesu bereiten sie das Paschamahl vor - und sind voller Erwartungen. Im Neuen Testament hören wir zwar nichts von Frauen bei diesem Mahl, aber es wäre wohl auch nicht ungewöhnlich, wenn sie dabeigewesen wären.

Hören wir also einige Erwartungen an diese Mahl - Erwartungen, die wohl auch heute noch aktuell sind:

Petrus
Petrus nennt mich Jesus - der Fels, aber eigentlich heiße ich Simon. Was wird bloß heute Abend los sein? Jesus war so anders die letzte Zeit. Das Spektakel am Sonntag hat mir gar nicht gefallen, das paßt einfach nicht zu ihm. Dieser Jubel, diese Menschenmassen. Was hat er doch kürzlich gesagt? Die Stunde ist gekommen, daß der Menschensohn verherrlicht wird. Wenn das Weizenkorn nicht stirbt bringt es keine Frucht. Was meint er damit? Werden wir heute Abend endlich eingeweiht in das Geheimnis? Beginnt vielleicht heute Abend der große Anfang einer neuen Bewegung? Gründen wir etwa eine Gemeinde und wir sind die ersten die davon erfahren und mitmachen? Oder verteilt er heute Abend neue Aufgaben an uns? Und - werde ich neben ihm zu Tische liegen, oder sein Liebling Johannes? Welche Aufgabe wird er wohl mir übertragen?

Maria Magdalena
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Elisabeth, die Frau vom Jakobsbrunnen
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Judas
Für mich, Judas Iskariot, ist das Pessachfest eines der größten und wichtigsten Feste. Unser Volk ist immer wieder verfolgt und unterdrückt worden. In diesem Fest, im Gedenken an die Befreiung aus Äypten, haben wir seit jeher Hoffnung geschöpft, für unsere Befreiung zu arbeiten und zu leiden. Jesus hat mich persönlich in seine Jüngerschar berufen, ich bin ihm gefolgt und in meinem Kampf gegen die Römer setze ich ganz auf ihn. Sie nennen mich Iskariot, weil ich der Gruppe der Sikarier angehöre, die mit der Waffe gegen die Römer kämpft. Jesus hat zwar gerade in den letzten Tagen für Menschenansammlungen und Tumulte im überlaufenen Jerusalem gesorgt, als politischer Aktivist gegen die Römer hat er sich aber noch nicht deklariert. An diesem Abend muß ich ihn davon überzeugen, daß er seine messianischen Kräfte für unsere politischen Anliegen einsetzt. Als Kassenwart wurde ich selbst in den eigenen Reihen schief angesehen, sogar als "Dieb" haben sie mich verspottet. Aber wird man vom Beten satt? Wie kann man vom Reich Gottes reden und gleichzeitig mitansehen, wie alles, was uns wichtig ist, zu Grunde geht: Unsere Tradition, unser Glauben, unser Land - von unserer eigenen trostlosen Situation ganz zu schweigen. Und wenn ich Jesus den Hohenpriestern ausliefern muß - ich werde ihn zwingen, handfest für eine Gruppe, für unsere Gruppe, Partei zu ergreifen!

Johannes
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Fürbitten:
  • Jesus, die Gedächtnisfeier des Letzten Abendmahls erinnert uns auch an den Verlust der Einheit am Tisch des Herrn. Wir bitten um Mut und Entschlossenheit, daß wir über den katholischen Tellerrand hinausschauen und die volle eucharistische Gemeinschaft mit allen Christen wiederfinden.
  • Jesus, bis in den Tod hinein bist du uns gleich geworden. Wir bitten um Mut und Hilfe für alle, die unter der Last ihres Kreuzes zusammenzubrechen drohen.
  • Jesus, Brot und Wein sind Zeichen deiner Hingabe. Laß unser Kommunizieren nicht in ein passives Konsumieren ausarten, sondern gib uns in der Kommunion Kraft für eine bessere Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen..
  • Jesus, in der Fußwaschung machst du uns deutlich, was Gemeinschaft in deinem Namen heißt.Wir bitten dich um Achtung und Demut, damit auch unsere Gemeinde zum Ort deiner Jüngerschaft wird.








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