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Predigt von Allerheiligen:
Evangelium Joh. 11, 1-7.17.20-44
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Die Auferweckung des Lazarus
Ein Mann - Lazarus - liegt im Sterben. Seine Schwestern sind eng befreundet mit Jesus,. der bekannt war als jemand, der Kranke heilen konnte und über den sicherlich die unglaublichsten Wundergeschichten im Umlauf waren.
In diesen Jesus setzten also alle berechtigte Hoffnungen, daß er Lazarus heilen würde. Jesus hingegen blieb noch zwei Tage an dem Ort , wo er war, nachdem er von der Krankheit des Lazarus gehört hatte. Und das, obwohl er zu Lazarus und seiner Familie in einem ganz besonders engen Verhältnis stand.
Tatsächlich stirbt Lazarus und wer nimmt es den beiden Schwestern des Verstorbenen und seinen Freunden übel, daß sie Jesus Vorwürfe machen :
"Herr, wärest du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben."
Umso bewundernswerter ist in dieser Situation die Haltung Marthas, die in ihrer Verzweifllung und wahrscheinlich auch Verbitterung doch noch die Gewißheit nicht verloren hat, "daß Lazarus am Jüngsten Tag auferstehen wird".
An diesem Punkt, so scheint es vielleicht, könnte die Geschichte für uns Christen, die wir heute leben, eigentlich zu Ende sein. Der Glaube, so wie ihn Martha bekennt, daß Lazarus auferstehen wird, ist für uns nachvollziehbar, er gibt uns Trost und er bedeutet uns viel
- aber andererseits begegnet uns Jesus heute nicht mehr so als Mensch wie vor 2 000 Jahren. Und Menschen, die schon vier Tage tot sind, werden heute nicht mehr zu irdischem Leben erweckt.
Aber: Bei der ganzen Erzählung über die spektakuläre Erweckung des Lazarus scheint Jesus weniger betroffen zu sein vom Tod des Lazarus als vielmehr von der Haltung der Trauernden.
Sie erwarten von ihm nichts mehr, es ist zu spät. Obwohl die Verheißung dasteht, daß wer an Jesus glaubt, in "Ewigkeit nicht sterben wird", sind es gerade die Hinterbliebenen, die von diesem Tod oft auf eine eigene brutale Art gepackt werden.
Uns Hinterbliebenen, sind nicht auch uns oft die Füße und Hände gebunden, wie sie Lazarus gebunden sind. Ist nicht auch uns, wie Lazarus, oft ein "Schweißtuch ums Gesicht gebunden", und sind nicht auch wir, wie der Leichnam selbt, gelähmt.
Lazarus ist auch ein Bild für uns Trauernde und Hinterbliebene.
Wir sind eigentlich die, die nach dem Tod eines nahestehenden Menschen in die Höhle eingesperrt sind. Lazarus ist verstummt, Hinterbliebenen verschlägt es erst recht die Sprache.
Damit wir aber - wie Lazarus- losgebunden werden aus unserer Totenstarre, bedarf es einer Einstellung, die mit dem Wirken Gottes - auch nach dem Tod - rechnet - auch heute noch und an uns.
Es wird nicht nur die Auferstehung der Toten verkündet, sondern das "Bindet ihn los und laßt ihn gehen" am Ende des Evangeliums gilt auch für uns.
Daß wir also nicht schnon tausend Tode vor unserem eigentlichen leiblichen Tod sterben, sondern daß der Verstorbene, aber auch wir, leben können! (Dünser Manfred)
M.D. 1996
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