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WIRBELN UND BRAUSEN IN DER PFARRGEMEINDE

Meinungen zum Rücktritt.




Pfarrgemeinderat in Götzis zurückgetreten

Zurückgetreten sind:
Gerhart Hofer, Sissy Mayer, Brigitte Ströhle, Dietmar Scheier, Reinelde Böckle, Doris Süß, Christine Oberhauser, Johanna Heinzle, Gerhard Ehrne und Else Ender.



Norbert Loacker und Roland Weber bleiben im PGR.

















SM

Erklärung zum Rücktritt vom Pfarrgemeinderat Götzis

Sissy Mayer und Gerhart Hofer,

Geschäftsführende Vorsitzende

Text zur Pfarrversammlung 29. Mai 2001

 

 

SM

Es ist für uns nicht ganz einfach, Euch heute abend zu erklären, wie diese Situation entstanden ist. Um so mehr, da wir versucht haben, die Probleme im kleinen Kreis zu halten ohne die Pfarrgemeinde damit zu belasten. Aber es ist notwendig und wir fühlen uns als Verantwortliche des Pfarrgemeinderates der Pfarrversammlung verpflichtet. Wir haben ein Jahr lang versucht, die Anliegen, die im letzten Juni von Euch als besonders wichtig angesehen wurden, zu vertreten und es ging uns nie um Rechthaberei oder, wie uns in letzter Zeit vorgeworfen wurde, um Funktionärsbefriedigung. Es ist uns klar, dass jeder Pfarrer, der eine neue Pfarre übernimmt, auch seine Geschichte mitbringt, seine Ideen und Vorstellungen hat und diese auch umsetzen möchte. Geschieht dies aber ohne sich mit dem, was in der Gemeinde gewachsen ist, wirklich auseinanderzusetzen und es zu respektieren, dann entstehen eben Konflikte und Verletzungen.

 

GH

Götzis ist eine Pfarrgemeinde mit einer eigenen Geschichte. Wir sehen uns als Pfarrgemeinderat, der Verantwortung zu tragen bereit ist. Seit Jahren war Götzis zu einem guten Teil bereit für zukunftsorientierte Pastoral, allerdings entspricht dieser eher offene Kurs weder unserem Pfarrer noch dem System Kirche.

 

SM

Ich glaube, wir haben uns um einen guten Übergang von Pfarrer Herbert Buhri, Heidi Fröwis und Günter Schatzmann zu den neuen Verantwortlichen bemüht und sind Dir, Toni und Deinem Team offen gegenübergetreten. Aber wir hatten die Anliegen unserer Pfarre zu vertreten. Doch wir spürten bald, dass vieles so sein sollte, wie es in Altach ist. Es entstanden Probleme, die auch zum Teil daher kamen, dass keine klaren Strukturen erkennbar waren und Abmachungen einfach ohne Rücksprache und Erklärungen nicht eingehalten wurden (Diakone, A/B Regelung für Gottesdienste am Sonntag,  Predigtdienste, Taufen, ...).

 

GH

Bei der Pfarrversammlung vor einem Jahr war der Wunsch nach einem eigenen Pfarrer für Götzis zweitwichtigster Punkt neben "Wortgottesdiensten bei Beerdigungen".

Im Jänner 01 waren Sissy, Else und ich bei Generalvikar Fischer und Pastoralamtsleiter Elbs und legten diese dringende Forderung im Rahmen einer Situationsanalyse schriftlich vor.

Wer will, kann dieses Papier gerne lesen. Ich habe einige Kopien bei mir.

Neben diesen Strukturproblemen gab es auch persönliche.

Mit den abwertenden Äußerungen unseres Pfarrers fühlte ich mich/wir uns oft nicht ernst genommen und auch verletzt. Mit Tonis Führungsstil hatte ich oft Schwierigkeiten. Allerdings ist das absolut kein "autoritärer Führungsstil", wie ich fälschlicherweise in etlichen Medien zitiert wurde. Ich möchte hier auch betonen, dass die Medienkampagne zum Konflikt in der Pfarrgemeinde nicht von mir ausging. Auch wenn mir das immer wieder unterstellt wird.

 

SM

Wir haben gemeinsam versucht, der schlechten Stimmung auf den Grund zu kommen und die Situation aufzuarbeiten. Ohne großen Erfolg. Dies und für uns nicht erkennbare Perspektiven für den Herbst führten dazu, dass wir am 8. Februar 01 diese   Probleme in einer PGR-Sitzung besprochen haben. Dabei kam es auch zu einer Bewertung der Regionalisierung Kummenbergregion, die durchwegs negativ ausfiel, obwohl die Notwendigkeit überpfarrlicher Zusammenarbeit von allen erkannt wurde.

 

GH

In dieser Sitzung bot uns Toni Oberhauser an, auf die Pfarre Götzis zu verzichten, wenn wir einen Nachfolger finden würden. Dazu sei er gerne bereit und die Diözesanleitung müsse dann einverstanden sein. Nur in die Ungewissheit hinein würde er nicht resignieren. Er brachte Pfarrer Wilfried Blum ins Spiel, der ja schon im Frühjahr 2000 als Buhri-Nachfolger im Gespräch war, doch dann nicht auf Götzis ansuchte, weil es ihm zu schnell gegangen wäre.

Wir haben daraufhin natürlich mit Wilfried Blum geredet und ihn gebeten nach Götzis zu kommen. Nach einer Nachdenkpause war Wilfried Blum bereit, Pfarrer von Götzis zu werden. Es gab dann auch ein Gespräch zu unserer Situation mit der Diözesanleitung (Fischer/Elbs). Vor Ostern schien sich diese  Lösung konkret anzubahnen – und dann war plötzlich alles anders. In der Karwoche hat mir dann Toni mitgeteilt, dass er nun definitiv als Pfarrer in Götzis bleibe.

 

SM

Am 4. Mai wurden  wir zu einem Gespräch mit  GV Elmar Fischer und PAL Benno Elbs geladen und dort wurde uns die endgültige Entscheidung der Personalkommission mitgeteilt: Götzis wird weiterhin keinen eigenen Pfarrer haben. Toni Oberhauser wird zwar in Götzis wohnen, bleibt aber Pfarrer von Altach und Götzis mit Friedl Kaufmann ab Juli als Kaplan und Heidi Tschofen als Pfarrassistentin an seiner Seite.

Es war für uns – zwar nicht unerwartet – aber doch schmerzlich erfahren zu müssen, dass die Diözesanleitung wohl immer vom Ehrenamt und den Charismen der Laien redet, wenn es dann aber drauf ankommt, dann zählt der hauptamtliche Priester mehr als das jahrelange Engagement der Laien in ihrer Gemeinde.

In Summe heißt das:

es gab und gibt viele Konflikte und die blockieren die Arbeit für unsre Gemeinde. Um diese Blockaden lösen zu helfen werde ich gehen. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass der Weg, den wir in den letzten Jahren gemeinsam gesucht haben und gegangen sind, ein pastoraler Weg in die Zukunft ist. Es ist für mich wichtig, meine Überzeugung auch leben zu können. Wenn ich damit in dieser Situation mehr hinderlich als hilfreich bin, ist es für mich ganz klar, dass ich zurücktrete und Platz mache für neue ehrenamtliche Mitarbeiter.

 

GH

In der Kirche ist es nicht vorgesehen, dass sich Laien konkret kritisch äußern. Ich habe das getan, weil ich überzeugt bin, dass die Zukunftsperspektiven im geschwisterlichen Umgang liegen müssen. Und darin hat ganz im biblischen Sinne auch ein Streit Platz. Doch der Preis für diese Haltung ist hoch. Mir wird jetzt auch Manches unterschoben, was ich nie gesagt oder getan habe. In den letzten Tagen höre ich (natürlich nur indirekt) oft, wie über uns, über mich geschimpft wird.

So stehe ich heute hier und weiß, dass wir uns mit unserer Art des Verantwortung-Tragens in einer ganz schwierigen Phase bei vielen Menschen nicht beliebt gemacht haben.

Trotzdem bin ich von unserem Weg, Spiritualität in Pastoral umzusetzen überzeugt. In diesem Sinne halte ich die Kopfwäsche gut aus.

Wie Sissy bin ich zum Entschluss gekommen, dass es im Interesse unserer, meiner Pfarrgemeinde jetzt besser ist, nachzugeben.

Die im Frühjahr abgemachten Dienste – beispielsweise Wortgottesdienste in der Urlaubszeit – werden wir selbstverständlich noch einhalten.

Aber als Mitglied des Pfarrgemeinderates trete ich mit heutigem Datum zurück. Ab Herbst werde ich zumindest für ein Jahr Auszeit nehmen.

 

 

BEIDE:

In der letzten PGR Sitzung haben wir unseren Rücktritt bei dieser PV angekündigt. Gleichzeitig treten als Mitglieder des PGR zurück:

Brigitte Ströhle, Dietmar Scheier, Reinelde Böckle, Doris Süß, Christine Oberhauser, Johanna Heinzle, Gerhard Ehrne und Else Ender.

Roland Weber und Norbert Loacker bleiben im PGR.

 

Unser Pfarrsekretär Hans Peter Lederle wird mit seinem Ausscheiden als Pfarrsekretär den PGR ebenfalls verlassen – näheres dazu von ihm selber.

 

Auch der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrkirchenrates, Franz Josef Mayer hat mitgeteilt, dass er zurücktritt. 

 

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