Wie manches andere hat auch dieses Wegkreuz
ein abwechslungsreiches Schicksal »erlebt«.
Geschaffen hat es der in dieser Serie bereits
einmal erwähnte Grödner Herrgottsschnitzer
Johann Glück in den späten Vierzigerjahren des
letzten Jahrhunderts, und zwar in jenem Haus in
der heutigen Marktstraße (ehemals Zollwehr 11),
in dessen Garten es schließlich aufgestellt wurde.
Den Auftrag dazu hatte er damals von Mathias und
Ida Bell (Rotmäderers) bekommen. Im Zuge des
Ausbaus der Marktstraße bekam es dann seinen
heutigen Platz an der Abzweigung Berg-
Meschacher Straße an einer besonders
geeigneten Stelle. Bei seinem Anblick spürt wohl
jeder Betrachter, dass er es mit einer eindrucksvollen
Darstellung des Gekreuzigten zu tun hat.
Auch hier sorgen die Bewohner der Umgebung für
den entsprechenden Blumenschmuck beim Kreuz,
und die Nachkommen der »Stifter« und ihre
Angehörigen geben sich alle Mühe, dieses in
bestmöglichem Zustand zu erhalten, wobei
besonders Christos Komnidis die notwendigen
Pflegemaßnahmen stets selbst übernimmt.
Neben seiner auffallenden Größe überrascht das
Kreuz auch mit seiner Inschrift. Während sich bei
den meisten Wegkreuzen auf der Tafel am oberen
Ende des Längsbalkens üblicherweise immer nur
die Abkürzung INRI befindet, heißt es hier »Jesus
Nazarenus Rex Judaeorum« (Jesus von Nazaret,
König der Juden). Nach dem Johannes-
Evangelium hat Pilatus diesen Text bei
der Kreuzigung Christi anbringen
lassen.