30.10.2004





"Berg - Meschacher Straße"



Wie manches andere hat auch dieses Wegkreuz ein abwechslungsreiches Schicksal »erlebt«. Geschaffen hat es der in dieser Serie bereits einmal erwähnte Grödner Herrgottsschnitzer Johann Glück in den späten Vierzigerjahren des letzten Jahrhunderts, und zwar in jenem Haus in der heutigen Marktstraße (ehemals Zollwehr 11), in dessen Garten es schließlich aufgestellt wurde. Den Auftrag dazu hatte er damals von Mathias und Ida Bell (Rotmäderers) bekommen. Im Zuge des Ausbaus der Marktstraße bekam es dann seinen heutigen Platz an der Abzweigung Berg- Meschacher Straße an einer besonders geeigneten Stelle. Bei seinem Anblick spürt wohl jeder Betrachter, dass er es mit einer eindrucksvollen Darstellung des Gekreuzigten zu tun hat. Auch hier sorgen die Bewohner der Umgebung für den entsprechenden Blumenschmuck beim Kreuz, und die Nachkommen der »Stifter« und ihre Angehörigen geben sich alle Mühe, dieses in bestmöglichem Zustand zu erhalten, wobei besonders Christos Komnidis die notwendigen Pflegemaßnahmen stets selbst übernimmt. Neben seiner auffallenden Größe überrascht das Kreuz auch mit seiner Inschrift. Während sich bei den meisten Wegkreuzen auf der Tafel am oberen Ende des Längsbalkens üblicherweise immer nur die Abkürzung INRI befindet, heißt es hier »Jesus Nazarenus Rex Judaeorum« (Jesus von Nazaret, König der Juden). Nach dem Johannes- Evangelium hat Pilatus diesen Text bei der Kreuzigung Christi anbringen lassen.



Franz Elsensohn


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