30.10.2004





"Steinbux-Ringstraße"



„Ma ischt ums groß Feald und heat um guat Weatt’r beatat.“ So beschreibt Rudi Kurzemann einen der zahlreichen Bittgänge, die in früheren Zeiten in Götzis durchgeführt wurden. Es war die so genannte „Felderbenediktion“ vierzig Tage nach Ostern, an Christi Himmelfahrt. Viermal wurde dann stets bei Feldkreuzen angehalten, der Pfarrer las das Evangelium, sprengte Weihwasser in alle vier Himmelsrichtungen und segnete Äcker und Fluren. Schon bald nach dem Weggang aus der Pfarrkirche kam man bei so einem Bittgang im Steinbux bei der Abzweigung zur Ringstraße zu diesem, dem ersten Kreuz. „Im Sept. 1894 wurde das neue ’Maschinen- Tüchel-Kreuz’ auf dem Gut beim Haus der Witwe Loacker im Steinbux gegen die Straße in der Richtung gegen Tobel aufgerichtet. Es wurde von der Witwe Loacker und Kindern bewerkstelligt“, heißt es in den Aufzeichnungen des Götzner Chronisten Ulrich Dünser. Unter einem „Tüchel“, einem Teuchel, verstand man ein hölzernes Wasserleitungsrohr, mit einem „Maschinen-Tüchel“ dagegen war ein starkes metallenes Rohr mit einem Durchmesser von etwa 13 cm gemeint, das von einer Handstickmaschine stammte und beim Errichten eines Kreuzes nicht ungern anstatt der hölzernen Balken verwendet wurde.



Franz Elsensohn


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