30.10.2004





"Fend Josef - Kirla 42"

Am Beginn steht ein Kreuz, das mit seinem heutigen Aussehen nicht gleich daran denken lässt, dass es aus guten Gründen als Unfallkreuz bezeichnet werden könnte.

In seiner unmittelbaren Nähe ereignete sich nämlich vor nunmehr rund hundert Jahren ein tragisches Geschehen. Damals befand sich rechts an der Kirlastraße auf der Höhe des heutigen Hauses Nr. 42 eine etwa 10 Meter tiefe Zisterne. Zwar war die Wasserleitung um diese Zeit im „Kidla“ bereits verlegt, doch besonders fürs Vieh wurde der Grundwasserbrunnen nach wie vor gern verwendet. Eines Tages fiel ein Mädchen - es soll Luzia geheißen haben - in den tiefen Schacht und ertrank. Nach dem traurigen Geschehen ließ ihr Vater mit dem Einverständnis der Anrainer, die auf ihr Wasserrecht verzichteten, die Zisterne zuschütten. An ihre Stelle kam zur Erinnerung an das Unglück ein einfaches gusseisernes Kreuz auf einem Sockel. Dieses musste später einer Zufahrt weichen, dafür wurde anfangs der Siebziger-Jahre des letzten Jahrhunderts ein neues Kreuz errichtet, zu dem der Fraxner Bildhauer Jakob Summer den ausdrucksvollen Korpus schuf.

Franz Elsensohn


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