"Aktuell 46"


Interreligiöses Gebet zum Thema »Frieden«



mit Vertreter/innen des christlichen, jüdischen, islamischen und buddhistischen Glaubens. Musikalische Gestaltung durch den Pfarrkirchenchor St. Ulrich Götzis - Leitung Gerhard Dallinger und den Kirchenchor Übersaxen (Davidlieder) - Leitung Monika Fritsch.





Dass man um den Frieden beten muss angesichts der täglichen Berichte von Terroranschlägen, Gewalttaten und Kriegsereignissen, dürfte wohl jedem Menschen guten Willens klar sein. Dazu kommen noch die vielen „Kleinkriege“, Auseinandersetzungen und Spannungen in den verschiedensten Bereichen unseres Lebens. Es braucht das Gebet, damit der Wille zum Frieden wächst und der Geist der Versöhnung sich ausbreitet.



Der Theologe Hans Küng startete vor Jahren das „Projekt Weltethos“ aus der Überzeugung heraus, dass es keinen Frieden auf dieser Welt geben kann, wenn nicht die Religionen gemeinsam zum Frieden beitragen. Es ist ja im Grunde paradox, dass viele Kriege auch „Glaubenskriege“ waren, weil Menschen für ihre innersten, „heiligen“ Überzeugungen kämpften und sogar andere töteten. Beispiele dafür gibt es sogar in unseren Tagen. Gleichzeitig beinhalten alle Religionen ein großes ethisches Potential. Dieses soll für den Frieden genützt werden. Hans Küng fand heraus, dass es in allen Religionen ein ähnlich lautendes Gebot gibt, nämlich: „Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen!“ (Mt 7,12), oder wie wir es als Sprichwort negativ formulieren: „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem andern zu!“ Wenn alle gläubigen Menschen, egal welcher Konfession, ob Juden, Christen, Moslems, Hindus usw. sich an diese Forderung halten würden, dann wäre das der beste Beitrag zum Frieden. Aber nur, wenn …



Wir wollen durch das interreligiöse Friedensgebet dazu beitragen, dass in den verschiedenen Religionen dieses gemeinsame Anliegen des Friedens gesehen und gefördert wird. Papst Johannes Paul II.hat schon vor Jahren in Assisi zusammen mit Repräsentanten aller großen Religionen um den Frieden gebetet. Wir praktizieren das weiter, zusammen mit Vertretern/-innen der jüdischen Religion, des Islam, des Buddhismus sowie der evangelischen und katholischen Kirche. In diesem Gebet geben wir den Friedensabsichten Gottes Raum, der will, dass wir Menschen einander lieben und in Frieden und Gerechtigkeit miteinander leben, dass wir uns als seine Kinder gegenseitig respektieren und alles Trennende überwinden. Kommen Sie doch bitte und unterstützen Sie die Sehnsucht nach Frieden durch Ihr Gebet.

Elmar Simma




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