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"Aktuell"
Die Arbeitsgruppe Liturgie hat sich auf Wunsch
von Pfr. Oberhauser mit der Totenliturgie in Götzis
beschäftigt.
Neben vielem, was in Götzis gut funktioniert
(Totenwachen usw.) möchten wir (PGR) eine
Änderung im Ablauf der Beerdigung
vorschlagen und zur Diskussion aufrufen.
Wir erwarten Leserbriefe an den Kontakt,
Diskussionen beim Pfarrkaffee, persönliche
Gespräche mit dem Pfarrteam und den Mitgliedern des
Pfarrgemeinderates.
Es soll ein breiter, offener und öffentlicher
Dialog entstehen, damit wir zu einer
optimalen Lösung kommen.
Seit langer Zeit ist es in Götzis üblich, dass man
sich bei der Einsegnungshalle trifft, wo alle zuerst
Weihwasser spritzen und dann auf dem Vorplatz
auf den Beginn der Beerdigung warten.
Die Beerdigung geschieht zuerst und danach begibt
man sich in die Alte Kirche zum Gottesdienst.
Uns scheint die umgekehrte Reihenfolge, wie sie
in vielen anderen Pfarreien praktiziert wird, aus
mehreren Gründen stimmiger. Unser Vorschlag
wäre deshalb, dass der Sarg oder die Urne zuerst
in der Alten Kirche aufgestellt
ist, wo man sich trifft und die
Leute die Möglichkeit haben,
Weihwasser zu spritzen,
bevor der Gottesdienst
beginnt. Nach dem
Gottesdienst folgt die
Beerdigung. Der Sarg oder
die Urne wird in einem
kleinen Zug in den neuen
oder alten Friedhof an die
entsprechende Grabstätte
gebracht, wo der eigentliche
Beerdigungsritus vollzogen
wird. Bei Verabschiedungen
verbleibt der Sarg in der
Kirche und die Menschen
können nochmals durch
Weihwasser spritzen Abschied nehmen.
Allfällige Ansprachen werden nicht direkt am
Grab, sondern noch in der Kirche am Ende des
Gottesdienstes gehalten.
Wenn viele Menschen zu erwarten sind (z.B.
Vereine), findet der Gottesdienst in der neuen
Kirche statt. Auch in diesem Fall wird der Sarg
oder die Urne zuerst in die neue Kirche gebracht
und dort aufgestellt. Nach der Beerdigung werden
sie mit dem Auto in den jeweiligen Friedhof
geführt und man trifft sich wieder am Grab zum
Beerdigungsritus. Bei den vorhergehenden
Totenwachen bleibt der Sarg oder die Urne noch in
der Einsegnungshalle.
Nachdem die kirchliche Beerdigung ein religiöser
Akt ist, scheint es uns theologisch wesentlich
stimmiger, wenn man sich zuerst in der Kirche
trifft und nicht bei der gemeindeeigenen
Einsegnungshalle, die kein sakraler Ort ist.
So ist der Sarg oder die Urne zuerst im kirchlichen
Sakralraum aufgestellt und die Menschen treffen
sich an einem symbolischen
Ort ihres Glaubens. Vielen
dürfte dieser geänderte
Beginn auch praktisch
entgegenkommen, da man
nicht bei jedem Wetter
stehend auf den Beginn der
Beerdigung warten muss,
sondern in der Kirche Platz
nehmen kann. Auch die
Ansprachen kommen auf
diese Weise besser zur
Geltung und können sitzend
angehört werden.
In dieser veränderten
Reihenfolge ist die Trauer und
der Schmerz des Abschiedes
im Sakralraum und im Ablauf
des Gottesdienstes besser aufgehoben als bei dem
eher unübersichtlichen Ablauf vor der profanen
Einsegnungshalle. Der Gottesdienst selbst kommt
nicht in die Gefahr, ein Anhängsel zu sein, von dem
sich manche bereits verabschieden.
Der Gottesdienst als zentraler Akt unseres
Glaubens steht am Beginn und gibt die inhaltliche
Ausrichtung vor. Der Aspekt, dass wir Menschen in
unserem Glauben beerdigen, und nicht nur einen
anschließenden Gottesdienst anbieten, kommt in
dieser Form stärker zu tragen.
AG Liturgie, 3. April 2003
Toni Oberhauser, Heidi Tschofen, Angelika Platzer-Trunk, Manfred Dünser, Roland Weber, Markus Hofer
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