Tel +43 5523 62255
Fax +43 5523 62255-26
St. Ulrich
Gottesdiensttexte Termine Mitteilungen Kontakt LINKS

Bauten, Renovierungen: ja, Pastoral: nein!
Herbert Buhri

Mit dem "Pfarrprofil" hat es begonnen. (Bitte lest zuerst den Bericht von unserem PGR-Tag.) Wir wollen ein "Pfarrprofil" erstellen:

Wo kommen wir her?
Wo stehen wir jetzt?
Was sind unsere Stärken, unsere Schwächen?
Wo wollen wir hin?

Wo kommen wir her? Ich habe die Frage übernommen: "Wo kommen wir her" und soll sie in zwei bis drei Schreibmaschinenseiten beantworten. So habe ich begonnen zurückzublättern im "Kontakt", zunächst einmal 23 Jahre bis 1975. Ich kam aus dem Staunen nicht heraus, was hat sich da alles getan in diesen Jahren: Versuche, Aktionen, Aufbrüche, Wegstrecken.

Soll ich Beispiele nennen?
Bibelabende in fünf verschiedenen Gebieten von Götzis, Jugendvesper, Wüstenabende, Zisterne, Pfarrzentrumsbau, Renovierung Alte Kirche, Renovierung Kirche St. Arbogast, Bibelkurs und Bibelwoche, Analyse, Gebietspastoral, Trauergruppe, Begleitung pflegender Angehöriger, Hospizbewegung, Selbstbesteuerung, Exerzitien im Alltag, usw.
Ich habe weitergeblättert in die Zeit zwischen 1971 und 1975: die Idee der Teampfarrei, die Aufteilung der Arbeitsbereiche, die Idee vom Zentrumsbau (da wollte man noch hoch hinaus), Sakramentenvorbereitung.
Ich stieß noch weiter vor in die Zeit zwischen 1960 und 1971, die Zeit des Konzils, ein Pfarrer, der sich nicht scheute, die heißen Eisen anzupacken, in jedem Pfarrblatt ein neues. "Wenn Messe dann Messe", "Vom Schautag zum Bettag", "Der Opfergang bei Beerdigungsgottesdiensten", "Nicht Blumenständer sondern Opfertisch", "Habt ihr Angst?" (Da ging es um den Gräberbesuch am Allerheiligen-Nachmittag), "Verdunstetes Erbe - frisches Blut" (da ging es um die Zuwanderung nach Götzis).

Das waren noch Zeiten: an einem Werktag, Schulmesse mit allen Schülern der Volksschule, an einem anderen Tag Schulmesse für alle Schüler der Hauptschule. Kirchenbesucherzählung: 400 Buben, 400 Mädchen, 800 Männer, 1600 Frauen, zusammen 3200 Kirchenbesucher an einem Sonntag. Kirchenvolksbeschluß 1965: 20% aller pfarrlichen Anschaffungen für die Götzner Missionare, Sakramentenspendung an Geschiedene in zweiter Ehe, Handkommunion.

Bauten ja - Pastoral nein
Ich habe auch im "Götzner Heimatbuch" geblättert, da steht nichts von Pastoral, nur von Kirchenbauten und Renovierungen und Zentrumsbau.

Da kam in mir der Wunsch hoch:
"Wir müssen doch die Frage beantworten: wo kommen wir her?" Zumindest: Wie hat die Pastoral in Götzis ausgeschaut seit dem Konzil (1959 - 1999)? Wie ging die innere Entwicklung unserer Pfarrgemeinde vor sich? Was hat sich getan, was hat sich geändert in diesen Jahren?
Diese Woche war ich in Innsbruck, da habe ich mich bei Prof. Weber (Prof. für Pastoral an der theol. Universität Innsbruck) angemeldet und ihn gebeten, einen Studenten suchen zu helfen, der eine Diplomarbeit, eine Abschlußarbeit macht zum Magisterium, oder einen, der ein Thema für eine Doktorthese sucht, und das Thema: "Die Pastoral in der Pfarrgemeinde Götzis seit dem 2. Vatikanischen Konzil" vorgeschlagen.
Er wird sich bemühen fündig zu werden. Ich habe ihm versprochen, Material zu sammeln und zu suchen für eine solche Arbeit: "Kontakt, Pfarrblatt, Protokolle, Arbeitspapiere, Zusammenfassungen."

Wer hilft mit?
Hier nun meine Frage und Bitte: Wer könnte etwas beisteuern? Wer könnte etwas schreiben über eine Sparte der Pastoral in dieser Zeit, oder in einer Etappe?

Zum Beispiel:
Der Kirchenchor nach dem Konzil; 10 Jahre Jugendvesper; die Idee der Totenwache und ihre Verwirklichung; Elternschule. Wie kam es zur Hospizbewegung und wie hat sie sich weiterentwickelt in der Pfarrei; Weltgebetstag der Frauen; die Muki Runde; der Kinderhort; Religionsunterricht - damals und heute; Bibelschule und Bibelwoche; der Sozialarbeitskreis mit der Ortscaritas; die Selbstbesteuerungsgruppe: die Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige und Trauernde; die Nikolausrunde usw. Alle diese Beiträge, und viele andere, sind gedacht als Material, nicht als Beiträge, die gedruckt werden.

Eine Pfarrgemeinde hat ihr Gesicht
Eine Pfarrgemeinde ist wie eine Person, sie wächst, sie entwickelt sich, ihr Antlitz verändert sich, sie bekommt mit den Jahren ein Profil - unverwechselbar, mit ihren Stärken und Schwächen. Das eine kann sie, das andere kann sie nicht, das eine ist in ihr entwickelt, das andere blieb unterentwickelt. Da wirken alle Strömungen in der Gesellschaft mit, alle Strömungen und aller Wandel in der Kirche. Im Letzten ist es ein ständiger Dialog zwischen der Pfarrgemeinde und dem Geist Gottes: Wie antwortet sie auf Nöte? Wie läßt sie sich herausfordern, wie ertastet sie das, was er von ihr will und wie reagiert sie darauf? Diese Entwicklung hängt auch ab, von der Art der Menschen, die in dieser Pfarrgemeinde leben. Das eine ist sicher: Es ist gut ein "Pfarrprofil" zu erstellen und es ist notwendig, die Entwicklung der Pastoral in einer Pfarrgemeinde zu erarbeiten.

"Wo kommen wir her?"
Das müssen wir wissen, um zu wissen, wo wir hin wollen, wohin sich unsere Pfarrgemeinde entwickeln kann und will.

Noch einmal:
Jeder noch so kleine Beitrag ist wertvoll, jede Erinnerung, jeder Rückblick in eine bestimmte Zeit. Der Zeitabschnitt ist 1960-1999

Euer Herbert Buhri

Kontakt © 1999


Logo Kontakt

Copyright © 1999 by Roland Weber
powered by