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Buchtipp
Ein neues Verständnis von Gemeinde und Liturgie verlangt neue Konzepte für die Planung des Kirchenraumes. Klemens Richter erklärt, worauf es ankommt, damit der Kirchenraum auch aus liturgischer Sicht optimal durchdacht ist. Kompetent und informativ führt er Funktion, Bedeutung und Sinn des Kirchenraumes und seiner Einrichtungen vor Augen. Geleitet wird Klemens Richter dabei von dem Grundsatz des Zweiten Vatikanischen Konzils, daß Liturgie als eine Feier der ganzen Gemeinde zu verstehen ist.
Richter, Klemens. Kirchenräume und Kirchenträume. Die Bedeutung des Kirchenraums für eine lebendige Gemeinde. Freiburg 1998.
Taschenbuch
Verlag: Herder, Freiburg; Auflage: 2 (1999)
ISBN-10: 3451264226
ISBN-13: 978-3451264221

„In Religion hatten wir den Dorfpfarrer. Er war ein seltsamer Pfarrer. Und er war derjenige, der mir die zweite und die dritte Watsche verpasste. ...Nach der Erstkommunion – einer lächerlichen Angelegenheit – kniete ich jeden Sonntag vor dem Pfarrer und hielt die Hände auf. Ich war noch jung. Ich nahm die Hostie entgegen, den Himmelvater als Oblate. Der Pfarrer sah mich komisch an. Er blickte alle Buben seltsam an, er sah uns eindringlich in die Augen und lächelte. Manchmal streichelte er uns über die Hände.“
Die Kirche spielt zwar nicht die Hauptrolle im Roman „Das Schafferhaus“ von Stefan Alfare.
Aber sie ist ein wesentlicher Teil im Götzner Umfeld, in dem Paul Eva Schaffer ( Stephan Alfare) heranwächst.
Eine große Stärke des Romans, vor allem im Kindheitsteil, ist die klare, schlichte Sprache. Alfare urteilt nicht. Er schildert genau, zuerst mit den Augen des Kindes, dann des Pubertierenden. In seiner Präzision ist er dabei beinahe schamlos; wodurch allerdings die Verklemmtheit und Beziehungsunfähigkeit seiner Umgebung nur noch deutlicher wird.
Alfare will mit fiktiven Namensgebungen und kleinen (?)Abweichungen von wirklich Erlebtem den Eindruck vermeiden , dass hier einer seine eigene Biographie wirklichkeitsgetreu erzählt. Dem „geborenen Götzner“ drängen sich jedoch die in der Realität lebenden Personen, die sich hinter den literarischen Figuren verbergen, geradezu auf.
Wer jedoch der Versuchung widersteht, beim Lesen den Blick nur auf „Götzner Geschichten“ zu fokussieren, dem eröffnet sich ein schaurig – tragisches Bild von Kälte und Einsamkeit, das jeden betroffen macht, auch, und vielleicht gerade dann, wenn er die handelnden Personen nicht zuordnen kann.
Das Buch hinterlässt einen tieferen Eindruck als so manch groß angelegte „Gesellschaftsstudie“.
Manfred Dünser

Stephan Alfare, Das Schafferhaus. Luftschacht Verlag, Wien 2006. 328 Seiten. € 23,90.
Erhältlich in der Buchhandlung Brunner, Götzis.
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