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" Maria Goretti "
Zum 40. Todestag von Martin Häusle
Vor 40 Jahren - es war die Nacht zum Ostersonntag – starb Martin Häusle.
Die Fenster in der Götzner Kirche gehören zu seinen herausragendsten
Werken.
Martin Häusle war Vorarlberger durch und durch, und das im besten Sinne.
1903 in Satteins geboren und aufgewachsen, übersiedelte er bald nach Ende
des 2. Weltkriegs mit seiner rasch anwachsenden Familie auf den Feldkircher
Margarethenkapf. Isoliert von den künstlerischen Zentren und konfrontiert
mit den materiellen Nöten eines Kunstschaffenden in der Nachkriegszeit,
gelang es ihm dennoch, Kunst zu schaffen in der Provinz, ohne
provinziell zu werden. Es gehört zum Lebensschicksal dieses Künstlers, dass
er zeitlebens in einem Raum des „Dazwischen“ stand. Sein expressiver, am
Seelenleben interessierter Malstil war überregional der noch radikaleren abstrakten
Malerei gewichen, doch für hiesige Verhältnisse vielen schon zu modern
und zu weit entfernt von einer realistischen Darstellung.
Umso beachtenswerter ist, dass ein Großteil des Gesamtwerks von Martin
Häusle im Auftrag der Kirche entstand. Künstlerisch aufgeschlossene Geistliche
zählten zu seinen frühesten Förderern. Sie erkannten sein Talent und
seine christliche Weltanschauung. Aber auch der Künstler selbst fühlte sich
in seinem Bestreben der Sichtbarmachung geistiger Werte von den kirchli-
chen Auftraggebern verstanden und geschätzt. Die Götzner Kirchenfenster,
die vor 60 Jahren in Auftrag gegeben wurden, stellen den Beginn und ersten
durchschlagenden Erfolg dieser fruchtbringenden Gemeinschaft dar.
Anfangs des öfteren gegen Skepsis oder gar offenen Widerstand der Pfarrgemeinde
ankämpfend, waren es die Vertreter der Kirche, die die moderne
Bildsprache Martin Häusles verteidigten. Es galt neue Wege der Verkündigung
zu finden. Die Glasmalereien der Pfarrkirche dienen so der Seelsorge,
indem sie das Innere des Menschen anrühren sollen.
Gegen Ende seines Lebens wurde Martin Häusle endlich jene öffentliche
und materielle Anerkennung zuteil, die er sich auf Grund seines herausragenden
künstlerischen Schaffens schon längst verdient hätte. 1966 wurde
dem Künstler der Berufstitel „Professor“ zuerkannt. Er sollte die Verleihung
nicht mehr erleben.
Es sind der Kirche und der Kunst Vorarlbergs auch in der heutigen Zeit solche
Menschen zu wünschen, die unbeirrbar und wagemutig nach neuen
künstlerischen Ausdrucksmitteln der Glaubensverkündigung suchen.
Zum Fenster „Maria Goretti“: In der Schuldlosigkeit der Maria Goretti, die
mit 13 Jahren ihr Leben lassen musste, begegnet uns die Stärke des „reinen
Herzens“. In geradezu beneidenswerter Leichtigkeit und Frömmigkeit blickt
sie dem was geschehen mag entgegen.
Othmar Lässer - Kunsthistoriker, Theologe - Hittisau

Die Bilder der Kirchenfenster wurden von Bernhard Häusle zur Verfügung gestellt.
Fotoaufnahmen © 2003 by Bernhard Häusle
http://www.martin-haeusle.de
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