Don Bosco




Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden satt werden.


Religionsstunde am Mittwoch gegen Mittag mit Jugendlichen mit Behinderung. Wir gehen in die Kirche und schauen uns die Fenster von Martin Häusle an. Beim Bild von Don Bosco bleiben wir hängen. Das Licht, das durch das Glas fällt, ist nicht aufdringlich, eher dumpf. Die Schüler/innen empfinden die Farben als schön und warm. Die Szene ist klar und leicht zu beschreiben: Anina sieht einen starken Mann, der hinter Kindern steht und sie schützt. Die Kinder sind arm und brauchen Hilfe. Der „ganz liebe Mann“ – wie Simon ihn sieht –, legt einem Jungen die Hand auf die Schulter. Martin erinnert sich dabei an die Firmung vor knapp zwei Wochen, als ihm sein Göte die Hand auf die Schulter legte – und er strahlt über das ganze Gesicht. Nicola liest den Namen des Mannes vom Heiligenschein ab: Don Bosco.
Ich erzähle den Schüler/innen aus dem Leben Don Boscos. Zwei Leitgedanken versuche ich zu vermitteln:

Ein bekanntes Motto Don Boscos lautet: „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen.“ Die Spatzen können auch Menschen sein, die uns durch Geschwätz oder Foppereien ärgern wollen – und da ist es manchmal besser, sie zu ignorieren, selbst fröhlich zu bleiben, Gutes zu tun und die Spatzen eben pfeifen zu lassen.

Das Geheimnis der Anziehungskraft Don Boscos auf Jugendliche lag vor allem darin, dass er für sie da war und sich für sie interessierte. Er suchte in jedem Menschen das Gute, auch wenn es von Abwehr oder Grobheit überdeckt war. Im tiefsten Herzen – davon war Don Bosco überzeugt – hat jeder Mensch einen guten Kern, den zu finden und zu stärken er als seine wichtigste Aufgabe betrachtete.

Konrad Müller






Die Bilder der Kirchenfenster wurden von Bernhard Häusle zur Verfügung gestellt.
Fotoaufnahmen © 2009 by Bernhard Häusle
http://www.martin-haeusle.de